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Wohnrecht und Digitalisierung

News   •   Jun 14, 2019 10:00 CEST

Wohnrecht und Digitalisierung (Bild: pixabay)

Digitalisierung von Dienstleistungen

Die Digitalisierung hat auch die Immobilienwirtschaft und die rechtsberatenden Berufe schon längst erfasst; die weitere Entwicklung können wir derzeit nur erahnen. 

Einen Aspekt, der zumindest ebensoviel Beachtung verdient wie die sich abzeichnenden technischen Möglichkeiten, darf ich kurz ansprechen. Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung auf die beteiligten Personen und deren Aktivitäten haben? Können die komplexen Beziehungen zwischen Eigentümer, Mietern, Verwaltern, den rechtsberatenden Berufen und Gerichten aber wirklich „digitalisiert“ werden? Kann das Zuhören, Verstehen, Überlegen, Diskutieren, Beraten etc programmiert und automatisiert werden? Wäre das wirklich sinnvoll?

Dr. Herbert Rainer, Schriftleiter der immolex

Themen der Ausgabe 6/2019:

  • Smart Contracts – ein Fall für das Wohn- und Immobilienrecht? (Raimund Pittl / Lukas Gottardis)
    Smart Contracts sind seit geraumer Zeit ein „Modethema“ in den Rechtswissenschaften. Der Beitrag beschäftigt sich mit den technischen Grundlagen sowie den rechtsgeschäftlichen Abläufen und geht auf mögliche Anwendungsfälle im Wohn- und Immobilienrecht ein.
  • Schriftlichkeit bei Mietverträgen im digitalen Zeitalter (Agnes Beck / Magdalena Imelda Brandstetter)
    Seit Einführung der qualifizierten digitalen Signatur können auch dem Mietrechtsgesetz unterliegende, befristete Mietverträge unter Einhaltung des Schriftlichkeitsgebots des § 29 Abs 1 Z 3 lit a MRG iVm § 886 ABGB auf diese Art und Weise unterfertigt werden. Eine eigenhändige Unterschrift ist daher prinzipiell nicht mehr erforderlich. Dennoch hat sich diese Möglichkeit in der Praxis noch nicht durchgesetzt – dies wohl auch mangels diesbezüglicher (höchstgerichtlicher) Judikatur und der dadurch fehlenden Rechtssicherheit.
  • Das Smart Home als Instrument der digitalen Rechtsdurchsetzung? (Oliver Mandl)
    Digital steuerbare Räumlichkeiten und Einrichtungsgegenstände (Smart Home und IoT) könnten die Durchsetzung von Mietverträgen erleichtern. Kombiniert mit als Blockchain ausgestalteten sog Smart Contracts könnte die Beendigung von Mietverhältnissen bspw im Fall von Mietzinsrückständen auch ohne Einschaltung von Gerichten exekutiert und der Mietgegenstand gesperrt werden. Es fragt sich, ob eine solche digitale Durchsetzung im Lichte des Besitzschutzes zulässig ist.
  • Der Einsatz moderner Technologien in der Hausverwaltung (Martin Troger)
    Im Alltag von Immobiliendienstleistern ist die Digitalisierung bereits weit verbreitet. Eine professionelle Gebäudeverwaltung ohne ein dafür spezifisches Hausverwaltungsprogramm ist kaum mehr vorstellbar. Viele Arbeitsschritte werden bereits digital unterstützt, mitunter auch teilweise vollautomatisch erledigt. Diese Vollautomatisierung betrifft dabei zunächst Abläufe, die in der Verwaltung selbst angesiedelt sind. Herausfordernder stellt sich die Situation hinsichtlich der Digitalisierung bei der Kommunikation mit Kunden, also sowohl Liegenschaftseigentümern als auch Mietern, dar.

Medienservice

Für Ihre Berichterstattung senden wir Ihnen gerne ein Freiexemplar. Bitte wenden Sie sich an Dr. Christopher Dietz, cd@manz.at.

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